Prize of change 2: Sportsüchtig

Eigentlich war ich ein sportliches Kind. Ich liebte es mich sportlich zu betätigen und gegen andere anzutreten. So wie es für jedes Kind das Schönste auf dieser Welt ist draußen zu toben und sich zu bewegen. Jeder kennt die ansteckende Lebensfreude eines herumtobenden Kleinkindes. Angespornt durch meine Eltern betrieb ich als kleines Kind bis zum Alter von 14 regelmäßig Sport und maß mich mit Gleichaltrigen im Tennis und Fußball. Heute bewundere ich die Leute, die ihr Leben lang einem Sport treu geblieben sind.

Die technischen „Errungenschaften“ der modernen Welt (Computer, Konsolen, Fernsehen) ersetzen die Adrenalinausschüttungen die auf körperlicher Betätigung fußen durch solche die auf dem Zusammenspiel von visuellen und akustischen Effekten sowie einer guten Story basieren. Der Sieg über einen Endgegner in einem Computerspiel, tritt an die Stelle eines gewonnen Satzes im Tennis. Ein Actionfilm ersetzt einen Waldlauf. Dieser deutlich bequemere Weg an Erfolgserlebnisse und Adrenalinschübe zu kommen gepaart mit der menschlichen Bequemlichkeit führte auch bei mir dazu, dass andere Dinge plötzlich interessanter als Sport waren. Zu allererst war da natürlich das weibliche Geschlecht, aber eben auch Konsolen, Computer und ein Freundeskreis der nicht übermäßig aktiv war. Der Konsum diverser Genussmittel brachte meine sportlichen Ambitionen anschließend fast vollständig zum Erliegen.

In gewisser Weise befindet man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt in einer Zwickmühle. Fehlende körperliche Betätigung führt dazu, dass der allgemeine Fitnesslevel sinkt und Sport generell anstrengender und damit als Belastung empfunden wird. Wirkliche Freude an körperlicher Betätigung hat man nämlich immer dann, wenn sportliche Unternehmungen leicht fallen und der Fitnesslevel hoch ist. Gerade deshalb ist insbesondere der Anfang nach langer Sportabstinenz schwierig, da Bewegung häufig zur Qual wird und der Spaß auf der Strecke bleibt.
Auch mir ging es ähnlich nachdem ich spätestens mit 16 den Sport vollständig aus den Augen verloren hatte. Insbesondere die „Genussmittel“ Alkohol und Tabak mache ich dafür verantwortlich. Aber heute weiß ich, dass auch die Ernährung einen großen Einfluss auf mein Energie- und Motivationslevel hatte. Dazu aber mit Sicherheit in einem der nächsten Blogeinträge mehr.
Erst eine persönlich schwere Phase im Rahmen meines Auslandsaufenthalts führte dazu, dass ich langsam wieder zum Sport fand. Deshalb meldete ich mich in einem Fitnessstudio an, um meinen Körper zu formen. Der Sportaspekt stand dabei, wie bei den meisten Fitnessstudiogängern, nicht im Vordergrund. Vielmehr war es der Wunsch durch Training mit Gewichten Ästhetik und Selbstbewusstsein aufzupäppeln. In der Tat halfen mir das regelmäßige Training (2-3x pro Woche) und insbesondere die Trainingserfolge dabei diese Ziele zu erreichen. Zwar wurden die Muskelberge immer größer, aber richtige Fitness und Spaß an der Bewegung stellte sich trotzdem nicht ein. Wie auch, wenn man sich vor dem Training maximal 10 Minuten aufwärmt und anschließend 1 Stunde Gewichte stemmt. Eine eiweißmaximierende und zugleich kohlehydratarme Ernährung führte zudem dazu, dass ich trotz regelmäßigem Training keine zu viel Gewichtsabnahme erfolgte. Ich legte eher noch zu, da ich Eiweißshakes zu und nicht statt normalen Mahlzeiten verzehrte.

Wirklich geändert hat sich das erst nach Abschluss meines Studiums, als ich begann neben dem Krafttraining regelmäßig Ausdauersport (mind. 2x Laufen pro Woche) zu machen. Trotz der Tatsache, dass ich zu dieser Zeit noch rauchte und keiner sonderlich guten Ernährung folgte, habe ich innerhalb kürzester Zeit deutlich an Gewicht verloren und an Fitness gewonnen. Diesem Muster, 2x pro Woche Laufen und 1-2x Krafttraining bin ich bis heute treu geblieben und Sport ist für mich seither zu einer „Droge“ geworden.

Heute liebe ich es mich zu bewegen, ständig neue Sportarten auszuprobieren und mich zu ständig neuen Höchstleistungen zu treiben. Ich habe unzählige Sportarten wieder oder neu entdeckt und es gibt kaum etwas Schöneres als nach dem Feierabend ein ausgedehntes Sportprogramm folgen zu lassen.

Aber es sind auch die kleinen Dinge die sich verändern und die ein jeder tun kann. So verzichte ich heute auf Rolltreppen und Aufzüge, gehe häufig zu Fuß oder kaufe mit dem Fahrrad ein.
Ich kann jedem nur empfehlen regelmäßig Sport zu machen. Ihr werdet schnell erkennen wie sich euer Wohlbefinden ändert. Wie Frust, Ärger und Ängste des Tages einfach weggespült werden und ihr neue Lebensfreude hinzugewinnt. Fangt doch einfach mit den kleinen Dingen an und steht in der U-/S-Bahn statt zu sitzen oder geht ab sofort mit dem Fahrrad einkaufen. Und ich kann euch versprechen, dass jeder dieser Schritte ein Erfolg sein wird und sich wie ein Sieg anfühlt. Dieses Gefühl treibt mich an und führt dazu, dass ich stetig an mir arbeite um mich weiter zu verbessern

Heute laufe ich(31) 10 km unter 45 Minuten, bin nahe an meinem Idealgewicht von 80 kg und fitter als je zuvor.

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Prize of Change 1: Endlich Nichtraucher…

Wie angedeutet begann meine Veränderung mit dem Zeitpunkt zu dem ich aufhörte zu rauchen.

Ich habe kurz vor meinem 15. Lebensjahr angefangen zu rauchen, weil ich es einfach mal probieren wollte. Also bin ich los gezogen und habe mir in einem Tabakladen eine Schachtel Zigaretten gekauft. Danach habe ich mich in der hintersten Ecke der Stadt versteckt um die Dinger mal zu probieren. Wie jeder der seine erste Zigarette raucht, fand ich sie furchtbar und beschloss das Rauchen sofort wieder aufzugeben und verschenkte die Schachtel an einen rauchenden Freund. Damit war die Sache für mich eigentlich erledigt.

Es kam alles anders. Auf dem Weg zum Schwimmbad in dem ich so ziemlich den ganzen Sommer mit 2 Freuden verbrachte, fand ich eine fast volle Schachtel Peter Stuyvesant. Geil, dachte ich mir, das muss ich den Jungs zeigen. Und so beschlossen wir uns nach unserem Schwimmbadbesuch im Park zu verstecken um etwas Cooles, Verbotenes zu tun, nämlich zu rauchen.

Von diesem Zeitpunkt an änderte sich meine Einstellung zum Rauchen. Es schmeckte zwar immer noch wiederlich, aber ich fühlte mich toll und erwachsen. Keiner unseres Rauerclubs wollte diesen Zusammenhalt brechen, indem er das offentsichtliche Aussprach, dass Rauchen einfach widerlich ist.

Seit diesem Tag bis zum 13.08.2010 war ich mit kleinen Unterbrechungen Raucher. Ihr kennt Sie sicher auch, diese Raucher, die nach dem Kino vor der Tür paffen oder einen Halt an einem Sackbahnhof für eine kurze Kippe nutzen und dem der Nichtraucherschutz herzlich egal ist. Genau so einer war ich. Dazu kann ich nur sagen, dass ich heute über das Verhalten von Rauchern schockiert bin und mich selbst frage, wie assozial ich mich früher verhalten haben muss. Aber die Sucht und das Verlangen nach der Zigarette ist einfach größer als Verstand und Anstand gegenüber den Mitmenschn. Das sollte man bei allem Unverständnis gegenüber Rauchern nie vergessen.

Meine Sucht war so extrem, dass ich während meines Studiums von meinem 500 Euro zum Leben jeden Monat (Miete inkl.) bis zu 120 Euro für Zigaretten ausgab. Mir blieben also nach Abzug der Miete noch etwa 180 Euro zum Leben. Das da nicht sonderlich viel übrig bleibt um große Sprünge zu machen sollte jedem klar sein. Trotzdem hatte ich eine gute Zeit und habe gelernt, dass man aus wenig viel machen kann.

Die Stärke meiner Sucht, lässt sich sehr schön mit einem Ausschnitt meines Tagesablaufes illustrieren.

23:00 Uhr – Letzte Zigarette im Bett (sic!) vor dem schlafen gehen.

03:00 Uhr – Ich wache in der Nacht auf. Diese Gelegenheit wird natürlich gleich für eine weitere Zigarette genutzt

07:00 Uhr – Wecker klingelt. Erstmal ’ne Kippe im Bett um dann nochmal 5 Minuten weiter zu schlafen.

07:15 Uhr – Der Gang aufs Klo – nächste Zigarette auf der Kloschlüssel

08:30 Uhr – Angekommen am Büro: Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meistens mindestens 5 Zigaretten geraucht, ohne etwas gegessen zu haben.

Den Rest erspare ich euch, aber ich denke es wird klar, wie groß meine Sucht war und wie wenig Spaß ich noch am Rauchen haben konnte, da mein ganzer Tagesablauf sich nach den Zigaretten ausrichtete.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt der Raucherkarriere will jeder Raucher aufhören, weil er sich seiner Sucht bewusst ist und die negativen Auswirkungen (Müdigkeit, Kraftlosigkeit usw.) täglich spürt. Das läuft dann ungefähr nach folgendem Schema ab:

Zu irgendeinem Zeitpunkt raucht man die letzte Zigarette einer Schachtel und sagt sich, das wars, das war die Letzte ab sofort rauche ich nicht mehr. Die ersten 20 Minuten klappt das ganz gut, aber schon dann fängt das Nikotinmonster wieder an sich zu melden. Man kämpft sich auf dem Heimweg am ersten Tabakladen, am zweiten und vielleicht auch noch am dritten vorbei bevor man sich dann am Zigarettenautomaten neue Zigaretten besorgt. Die Infrastruktur der Tabakdealer ist einfach ausgezeichnet. Jeder Supermarkt hat Zigaretten an der Kasse und in jeder dritten Straße gibt es einen Automaten. Dies sorgt nicht nur dafür, dass sich der Süchtige möglichst schnell mit Tabak versorgen kann, sondern hindert ihn auch noch daran aufzuhören. Geniales System. Man stelle sich nur mal vor, es gäbe die selbe Infrastruktur für Spielsüchtige. 😉

Der 12.08.2010 war wieder einer der Tage an denen ich mit einem Kollegen bis spät in die Nacht in der Düsseldorfer Altstadt gefeiert und dabei unzählige Zigaretten geraucht habe. Am nächsten Morgen an dem ich  mit meiner Freundin in unseren ersten gemeinsamen Urlaub fahren wollte, ging es mir richtig dreckig. Also beschloss ich noch halbtrunken mit dem Rauchen aufzuhören, so wie ich es schon mindestens hundertmal zuvor tat. Doch diesmal funktionierte es. Und ich glaube der Schlüssel zum Erfolg war der gemeinsame Urlaub. Die Sucht nach Nikotin ist keine körperliche sondern vielmehr eine psychische. So verknüpft das Gehirn gewisse Momente mit der Zigarette/Nikotin. Jeder kennt diese Leute, die nur Rauchen wenn sie trinken. Diese Leute sind in dem Moment ählich abhängig wie ein Kettenraucher der eine Zigarette nach der anderen raucht. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass der Kettenraucher deutlich mehr Gelegenheiten/Situationen mit dem Nikotin verknüpft als der Partyraucher.

Für mich, der eher der Gruppe der Kettenraucher zuzuordnen war, war der gemeinsame Urlaub ein Glücksfall, da es eine Situation war, der ich zuvor noch nicht ausgesetzt war und daher auch keine Verbindungen zwischen Gehirn und Nikotin einerseits und der Situation andererseits bestanden. Trotz allem gab es einige kritische Situationen zu überstehen. Geholfen haben mir dabei meine Freundin, die trotz betteln meinerseits meine letzte Schachtel Kippen irgendwann aus dem Autofenster schmiss und den Kräuterzigaretten aus der Apotheke. Diese Dinger, die aussehen wie normale Zigaretten und nach verbrannten Pizzagewürzen schmecken enthalten kein Nikotin. In den wenigen Situationen in denen ich ohne den Stängel in der Hand fast durchgedreht bin, haben die Dinger wirklich geholfen.

Jetzt bin ich seit 2 1/2 Jahren Nichtraucher und ich fühle mich richtig gut damit. Ich bin morgens fitter, bin sportlicher geworden und habe deshalb auch deutlich abgenommen statt zuzunehmen. Für mich ist das Ende der Raucherkarriere ein Türöffner für meine weitere Entwicklung geworden.

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Was bisher geschah…

Bevor es hier regelmäßig neue Artikel erscheinen, möchte ich einmal kurz ausführen, warum ich diesen Blog gestartet habe.

Wirklich bewusst habe ich meine Veränderung mit dem Start in das Berufsleben vor ca. 3 1/2 Jahren festgestellt. Ich hatte europäische Wirtschaft (eine Mischung aus Sprachstudium und BWL-Studium) studiert und startete mein Berufsleben bei einer Bank im Kreditrisiko. Relativ schnell nach ca. 2-3 Monaten stellte sich bei mir eine hartnäckige Unzufriedenheit ein. Zum einen lag es daran, dass ich in meinem Tatendrang von meinen Vorgesetzten gebremst wurde und zum anderen stellte ich schnell fest, dass ich eigentlich nichts substantielles machte sondern einfach nur ein das hundertste Rad am Wagen war. Aber dazu sicher in einem eigenen Eintrag mehr, da ich immer noch auf der Suche meiner Berufung bin.

Dieses Phänomen, der Unzufriedenheit mit der eingenen Arbeit stelle ich bei vielen Studienkollegen fest. Alle gemein haben sie den Wunsch, wirklich etwas mit Ihrer Arbeitsleistung zum Positiven zu verändern. Ich finde das bemerkenswert und erschreckend zugleich.

Aufgrund meiner Unzufriedenheit mit meiner beruflichen Situation habe ich vieles verändert und einen anderen Blick auf die Dinge um mich gewonnen. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass in der Unzufriedenheit eine Chance liegt. Die Chance etwas zu verändern, und jede Veränderung ist ein Gewinn für die eigene Persönlichkeit und das eigene Leben.

Nachdem ich nach ca. 1 Jahr nach meinem Berufstart mit dem Rauchen aufgehört habe und bis zum heutigen Tag nie wieder eine Zigarette angefasst habe, hat sich mein Leben grundlegend geändert. Heute treibe mindestens 4-5 mal die Woche Sport, verzichte fast gänzlich auf Fleisch und habe über 10 Kilogramm abgenommen und bin daher so fit wie in meinem ganzen Leben nicht mehr. Zu jeder dieser Veränderungen möchte ich in den kommenden Einträgen ein paar Worte verlieren, da hinter jeder dieser Veränderungen eine Botschaft steht an der ich euch teilhaben lassen möchte.

Zudem bin ich mit meinem Weg noch nicht am Ende und möchte andere Menschen an meinem weiteren Weg teilhaben lassen.

 

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Der Anfang…

Prize of Change – Preis der Veränderung, soll nicht einfach nur eine Phrase sondern zentrales Thema dieses Blogs sein. Ich konnte in den letzten Jahren feststellen, dass sich nicht nur das Bewusstsein in unserer Gesellschaft verändert, sondern dass sich auch meine Wahrnehmung und meine Einstellungen radikal ändern. Diese Veränderungen sind nicht immer leicht, aber am Ende immer ein Gewinn auch wenn er am Anfang so nicht zu erkennen ist und gänzlich gegensätzlich erscheint.

Häufig befinden wir uns in Situationen in denen wir mit uns oder unserer Umwelt nicht zufrieden oder unglücklich sind. Sei es die aktuelle berufliche Situation, die körperliche Verfassung, die finanzielle Situation, das eigene Aussehen oder partnerschaftliche Beziehungen. Alle diese Situationen sind davon geprägt, dass sie von negativen Gedanken beherrscht werden.  Diese Gedanken machen krank und führen zu noch größerer Unzufriedenheit.

Auch ich befinde mich immer wieder in solchen Situationen. Sei es im Kleinen (z.B.: ein verpatzter Vortrag auf der Arbeit) oder im Großen (z.B.: berufliche Situation). Im Moment befinde ich mich an einem Scheideweg. Ich habe viel Zeit und Herzblut in meine Ausbildung (Abitur + Studium) investiert, um dahin zu kommen wo ich heute bin. Allerdings wird mir immer deutlicher klar, dass das was ich aktuell mache mich in keinster Weise glücklich macht sondern exakt das Gegenteil bewirkt. Meine aktuelle Situation und Empfindungen sind geprägt von Unsicherheit, Niedergeschlagenheit Trauer und Enttäuschung.

Es wird also dringend Zeit für eine Veränderung, welche ich bewusst herbeiführen möchte. Den Prozess dieser Veränderungen zu beschreiben und meinen Weg zu dokumentieren soll Ziel dieses Blogs sein. Nebenbei werde ich immer mal wieder den Blick nach rechts und links auf gesellschaftliche Veränderungen oder interessante Gedankenansätze richten.

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